07.06.2014-Extrem-Bike in Most

Bericht von Sebastian:

Auf dem Weg von Dresden ins heimatliche Erzgebirge lag das tschechische Most fast schon an der Strecke. So startete ich am Samstag zum ersten Mal beim dortigen "Extrem-Bike" auf die 72-Kilometer lange Strecke. Am Start musste sich die sächsische Delegation mit Sascha Heinke, Alex Stark, David Seidel, u. v. m., und letztlich mir selbst ziemlich weit hinten anstellen. Ausschließlich Lutz Baumgärtel konnte sich – wahrscheinlich aufgrund seiner hervorragenden Tschechisch-Kenntnisse – ganz vorne ans Feld mogeln. Für uns hieß es dagegen auf den einigermaßen flachen ersten zehn Kilometern irgendwie weiter nach vorn zu kommen. Leider war das im dichten Gedränge nicht so ganz einfach und auch nicht ungefährlich. Während zum Beispiel Sascha fatal mit einem Maulwurfhügel kollidierte, konnte ich mich immerhin unbeschadet halten und war genau eingangs des „echten“ Geländes an der Spitze dran. Dumm nur, dass man sich vorne ausruhen konnte, während wir uns von hinten durchs Feld wühlten. Ich machte dann auch keine Anstalten, der Spitzengruppe zu folgen. Auf der „letzten Rille“ wäre es vielleicht gegangen. Aber bei Rennen in unserem Nachbarland, ist es erfahrungsgemäß klug, sich erst einmal zurück zu halten; insbesondere wenn man die Strecke nicht kennt. Letztere ist recht schnell beschrieben: Im Wesentlich zwei größere Hügel, auf den man auf den nächsten 50 Kilometern gefühlte Tausendmal hoch und runter zu fahren hatte. Der Trailanteil lag bei nahezu 100%. Bei den ganzen Richtungswechseln sowohl nach links und rechts als auch nach oben und unten musste man aufpassen, dass einem nicht schwindlig wird und man nicht versehentlich einen der gelben Pfeile an einem Baum übersieht oder gar mit Selbigem kollidiert. Auch kam die Strecke meinen fahrtechnischen Fähigkeiten nicht wirklich entgegen. Es war zwar recht spaßig und bei Alleinfahrt wäre es mir auch gar nicht aufgefallen, wie ich hier die Berge runtereierte; aber der Vergleich zur Konkurrenz zeigte mir meine Grenzen. Bergauf ging es überraschend gut und ich hängte meine Gruppe immer wieder ab um dann bergab wieder eingeholt zu werden; die tschechischen Flüche hinter mir habe ich zum Glück nicht verstehen können. Einzig der gute alte (jedenfalls im Vergleich zu mir) Karel Hartl schien sowohl fahrtechnisch als auch konditionell auf einer Wellenlänge mit mir zu sein, sodass wir gemeinsame Sache machen konnten. Letzteres brachte zwar auf der Strecke nicht viel, aber so hatte ich wenigstens jemanden mit Streckenkenntnis bei mir. Irgendwann kam ein bergab wie eine angeschossene Wildsau fahrender Tscheche vorbei geflogen. Karel war der Meinung hier im Downhill mitgehen zu können. Ich schätzte für mich die Lage realistischer ein und fuhr meinen Stiefel. Karel kam maximal 100 Meter lang hinterher, bevor ihm seine unzureichende Fahrtechnik einen Strich durch die Rechnung machte und er im hohen Bogen ins Unterholz flog. Nachdem klar war, dass ihm nichts passiert war (dem Rad aber wohl schon), ging es weiter. Den Rest des Rennens fuhr ich das Loch zur tschechischen Wildsau bergauf immer wieder zu, um bergab wieder hoffnungslos abgehängt werden. Am Schluss riskierte der Tscheche dann im Trail offensichtlich alles. Mir war das egal, da ich mich hier und heute ganz sicher nicht wie viele andere in den tschechischen Busch legen wollte und so brachte ich Gesamtplatz acht nach dreieinhalb Stunden Fahrzeit ins Ziel. Spaß gemacht hat es alle mal, die Beine haben auch unverhofft gut mitgemacht und das Preisgeld ersetzt am Ende immerhin die Startgebühr und die Spritmehrkosten des Umwegs über Most ...

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