11.04.2015-Kyffhäuser Berglauf

Eins vorweg: Nach teaminterner demokratischer Abstimmung wird in diesem Jahr nach jedem Rennen einer unserer Fahrer verdonnert, den Rennbericht aus seiner Perspektive zu verfassen. Wir hoffen, damit unsere bisher nicht unbedingt abwechslungsreichen und nahezu ausschließlich der Ergebnismitteilung dienenden Berichte etwas lesenswerter zu gestalten. Außerdem wurde entschieden, eine Erhöhung der Aktualität anzustreben und die Berichte zukünftig wenigstens vor dem übernächsten Rennen zu veröffentlichen ;-) Inwieweit wir das durchhalten, wird die Zukunft zeigen ...
Heute ist Sebastian mit dem Bericht zum Kyffhäuser Berglauf dran:
Für uns, d. h. Norman, meinen Bruder Immanuel und mich ging es heute zum Kyffhäuser Berglauf. Hinkutschiert wurden wir von Laura, die, trotz ihrer immer aerodynamischer werdenden Gestalt, vernünftigerweise von einem Start absah. Nach etwas verspätetem Start verlief die Anfahrt unerwartet reibungslos. Die Rennvorbereitungen wurden derart schnell abgeschlossen, dass sogar noch Zeit zum Warmfahren blieb. Kurz vorher hatten wir bereits den Jackpot an der aus den Vorjahren wohlbekannten öffentlichen Toilette geknackt. Irgendjemand hatte den Einlass gewährenden Münzeinwurf derart mit Kleingeld vollgepackt, dass einige weniger sanfte Schläge notwendig wurden, um die Verstopfung zu lösen. Im Ergebnis hatten wir immerhin 51 Cent gutgemacht – das erste (und einzige) Preisgeld des Tages.
Am Start hatte sich das wahrscheinlich stärkste Starterfeld der vergangenen Jahre versammelt. Für mich war es das erste Rennen des Jahres. Nachdem ich mich den halben Winter mit der notwendig gewordenen Schnellimmunisierung gegen Kinderkrippenkeime herumgeplagt hatte, schaffte ich es gerade so körperliche Einsatzbereitschaft herzustellen, um beim Urlaub auf Teneriffa (das Wort „Trainingslager“ verbietet sich, wenn die Familie dabei ist ...) den Winterschlaf zu beenden und einige Radkilometer zu sammeln. Glücklicherweise ging’s schnell aufwärts mit der Verfassung, sodass ich mich nach einer Woche „Erholung“ heute in halbwegs konkurrenzfähiger Form wähnte.
Nach erfolgtem Startschuss ging es auf den ersten Kilometern wie beim Kyffhäuser Berglauf üblich im geschlossenen Feld flach und hauptsächlich auf Asphalt voran. Nach meinem Gefühl war es in diesem Jahr aber etwas ruhiger als in den Vorjahren. Es gibt zwar immer wieder den einen oder anderen „Experten“, der Lücken sieht, wo keine sind – aber wir kamen soweit ich weiß alle unbeschadet durch. Am ersten Berg wurde ernst gemacht. Es zeigte sich schnell, wer heute gute Beine hat. Allen voran taten sich Michael „Schuchi“ Schuchardt, der allerdings auf der kürzeren 42-km-Strecke unterwegs war, und „60-Kilometer-Felix“ Fritzsch hervor. Für Letzteren war die (dank BDR) kurzfristig verkürzte Strecke mit ihren exakt 59 Kilometern wie auf den Leib geschneidert. Mit von der Partie waren noch Peter Hermann, Tom Ettlich, Sebastian Mordmüller, Sebastian „Küfi“ Küfner, Jochen Weisenseel und ein weiterer Fahrer in Rapiro-Orange, den ich unterm Aero-Helm allerdings nicht identifizieren konnte. Ich hoffe, ich habe keinen in der Aufzählung vergessen; falls doch bitte ich um Nachsicht, da ich von Anfang an ziemlich tief in der Säure stand. Die anderen schienen alle recht fit zu sein, sodass ich hauptsächlich versuchte den Anschluss zur Gruppe zu halten. Mit zunehmender Renndauer wurde dankenswerterweise so langsam der Motor warm, sodass es etwas angenehmer wurde. Irgendwann zündete Peter den Turbo. Wir schauten uns alle bloß an; es wäre wahrscheinlich klüger gewesen wenigstens ernsthaft zu versuchen mitzugehen – aber hinterher ist man bekanntlich immer klüger. An koordinierte Zusammenarbeit war aufgrund der Zusammensetzung der Gruppe nicht zu denken und so war es ein leichtes für Peter seinen Vorsprung auszubauen. Bis kurz vor Schluss passierte nicht mehr viel Erwähnenswertes. Dann machte sich Felix kurz vor Schluss nach vorne aus dem Staub. Auch hier bot sich wieder die gleiche Situation wie bei Peters Attacke: Wir schauten uns an und so kam er davon. Einige versuchten es wenig später noch mit Attacken. Darunter auch Ex-Triathlet Küfi, der über den Winter das Bergabfahren gelernt hat und auch sonst in sehr starker Verfassung ist. Wenn er den Trend beibehält, werden wir wahrscheinlich bald nur noch sein Hinterrad sehen. Dann ging es in Richtung letzter Abfahrt. Ich konnte mich strategisch günstig in zweiter Position hinter Sebastian Mordmüller halten. In der, auch aufgrund der langsameren Kurzstreckenfahrer, kreuzgefährlichen Zielanfahrt versuchte ich einen guten Kompromiss aus Geschwindigkeit und Sicherheit zu finden. Das gelang mir recht gut. Sebastian musste ich ein wenig ziehen lassen und kam damit als Gesamt-Vierter ins Ziel. Um ein Fazit zu ziehen: Die Konkurrenz ist fit und auch bei mir lief’s fürs erste Rennen der Saison schon erstaunlich gut. Als Preis gab es für mich mal wieder ein Fass Bier. Soviel Bier wie ich bisher schon gewonnen habe, werde ich wohl im gesamten Leben nicht trinken ...
Mein Bruder Immanuel kam auch gut durch. Er wurde Gesamt 23. und Dritter bei den U23-Fahrern. Er war zwar selber nicht so ganz so zufrieden; aber in Anbetracht seiner gegenwärtigen Lage hat es mich schon gefreut, dass er mitgekommen ist. Liebe Leute, ich weiß, ihr meint es nicht böse, wenn ihr fragt was mit ihm los ist. Aber nehmt es einfach so hin, dass es ihm im Moment nicht so gut geht.
Unser endgültig wiedergenesener und metallfreier Norman „Ex-X-Man“ Jaslan gab seinen Saisoneinstand über die 21-Kilometer-Strecke. Er wurde sehr guter 19. In der Gesamtwertung und Siebter in seiner Altersklasse.
Güldi, Bastian und Pitt mussten aus verschiedensten Gründen ihren Saisoneinstand verschieben, sind aber hoffentlich bald wieder mit am Start.
Ob es für mich nächste Woche in den Kellerwald geht, werde ich kurzfristig entscheiden. Eigentlich wollte ich ja nicht hin, aber ich sehe es irgendwie schon kommen, dass ich am Ende doch am Start stehe ...

Zur News-Übersicht


Facebook


Unsere Sponsoren