19.09.2015-Deutsche Meisterschaften in Furtwangen und Drei-Talsperren-Marathon in Eibenstock

Sebastians Bericht von den beiden Veranstaltungen:

Auf den Erzgebirgs-Bike-Marathon in Seiffen folgten geschlagene sechs Wochen rennfrei. Nicht etwa weil ich nicht wollte, sondern weil es entweder nicht in den Zeitplan passte oder aber einfach keine Rennen stattfanden. So ging es einigermaßen ahnungslos was die körperliche Verfassung betrifft zu den Deutschen Meisterschaften im MTB-Marathon nach Furtwangen. Nachdem die beiden Wochen davor mehr als suboptimal verlaufen waren, standen die Vorzeichen für die DM eigentlich gut – klingt komisch, ist aber erfahrungsgemäß bei mir so. Das Warmfahren vor dem Start entfiel weitestgehend, da es aufgrund der Startzeit von sieben Uhr noch dunkel war. Diesmal wäre es tatsächlich mal sinnvoll gewesen, eine Rolle dabei zu haben. Schon vor dem Start gewann ich meine erste Wette. Es sollte nach UCI-Marathon-Series-Ranking aufgestellt werden und ich hätte demzufolge als Fünfter aufgestellt werden sollen (über die Sinnhaftigkeit der Startaufstellung will ich an dieser Stelle nicht viel sagen – es ist klar, dass diese in gewissem Maße einer Willkür unterliegt; aber der BDR überbietet sich hier jedes Jahr auf Neue selbst). Ich wettete also mit meinem Bruder, dass man mich auslässt und nach dem Vierten den Sechsten aufstellt. Es ist mir nicht erst einmal so gegangen, dass ich schlicht vergessen wurde. Der Name „Stark“ scheint einfach leicht zu übersehen sein. Und genauso war es auch diesmal: Welch Überraschung, nach dem Vierten wurde der Sechste aufgestellt. Jetzt aber das eigentliche Wunder: Erstmals in mehr als einem Jahrzehnt erlebte ich, dass der BDR-Kommisär auf kurzen Hinweis meines Bruders, der mich begleitete und hervorragend betreute, umstimmen lies und mich doch noch aufrief.
Nach dem Start ging es erstmal gemütlich bergab. Am anschließenden Anstieg wurde auch noch nicht wirklich ernst gemacht. Jedenfalls fühlte ich mich gut und konnte mich problemlos unter den ersten 20 behaupten. In der folgenden Abfahrt musste ich aber leider zur Kenntnis nehmen, dass ich in der Reifenwahl etwas zu optimistisch gewesen war. Die Quittung kam dann auch prompt durch einen Sturz. Der als solcher war nicht schlimm, aber die Kette war in der Folge hoffnungslos verknotet. Ich war zwischendurch der Meinung, dass mir nur noch eine Zange weiterhelfen könne. Irgendwie löste sich der Knoten dann doch noch. Auf der schnellen Strecke war der Zug nach vorn damit aber abgefahren. Im weiteren Rennverlauf passierte nicht mehr viel Bedeutendes. Ich fuhr in einer Gruppe von fünf Fahrern, von denen mit Ausnahme von Benni Jörges niemand in der Lage war, etwas fürs Tempo zu tun. Allein weiter nach vorne zu kommen war auch hoffnungslos. Gegen Ende des Rennens hängte ich die Gruppe ab und sammelte auch noch ein paar Fahrer ein. Mit Platz 15 machte ich das Beste aus der (selbstverschuldeten) Situation. Sicherlich kein schlechtes DM-Resultat; aber die Beine waren an dem Tag recht gut und es wäre sicher einiges mehr drin gewesen.

Am vergangenen Wochenende wäre ich eigentlich gern nach Frankreich zu einem UCI-Marathon-Series-Rennen gefahren. Aber es ließ sich kein Mitfahrer auftreiben und allein war es mir dann doch nicht die lange Reise wert. So fand ich mich am Samstag wie nahezu jedes Jahr am Start des Drei-Talsperren-Marathons wieder. Gleich nach dem Start brachte ich mal etwas Abwechslung in die Veranstaltung. An einer (unmarkierten) Gabelung 500 Meter nach dem Start, an welcher ich in meinem Leben schon mindestens zehn Mal links abgebogen bin, nahm ich an erster Position liegend dieses Mal die Geradeaus-Variante. Der Rest des Feldes vertraute mir blind und ab ging es in die Sackgasse. Ich fühlte mich an eine Marathon-DM vor vielen Jahren in Singen erinnert. Damals passierte genau das Gleiche – mit dem Unterschied, dass ich damals vom Ende des Feldes an den Anfang katapultiert wurde. Diesmal war es umgekehrt und es gab verständlicherweise etwas Kuddelmuddel. Nichtsdestotrotz bereinigte sich die Situation erstaunlich schnell. Schon am ersten längeren Anstieg setzte ich mich gemeinsam mit Sebastian „Küfi“ Küfner vom Rest des Feldes ab. Als ärgste Verfolger machten wir Benjamin Michael und Lars Strehle aus. Wir drückten mächtig auf die Tube und kamen zügig weg. Bei der zweiten Überquerung des Auersberges hatte Küfi allerdings Probleme, meinem Tempo zu folgen. Er hielt sich noch einige Kilometer tapfer; aber vielleicht bei Kilometer 60 oder 65 ereilte ihn der Mann mit dem Hammer. Die restlichen der 100 Kilometer musste ich damit allein zurücklegen. Von hinten kam niemand mehr und ich sicherte mir wie schon in den vergangenen drei Jahren den Sieg. Zweiter wurde Benjamin Michael und Dritter Küfi. Insgesamt war es wohl mein siebter Sieg beim Drei-Talsperren-Marathon. Die Veranstaltung scheint mir zu liegen ;)
Auch die anderen aus dem Team schlugen sich hervorragend: Guido wurde Gesamtdritter über 50 Kilometer hinter David Seidel und Sascha Heinke; Youngster Mike Baumann wurde Zweiter bei den Junioren über 50 Kilometer und Christian Schröder gewann sogar seine Altersklasse auf der 30-Kilometer-Distanz.

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