21.05.2016-Perštejnské GIRO 2016

Pitt berichtet:

Oder Pitt und die tschechischen Aufziehmännchen. Auf Empfehlung von Guido Goldig tritt oben genannte Veranstaltung auf meinen Plan – kurz und knackig mit technischen Abfahrten – tschechisch eben. Zu solch einem Spaß lässt sich sogar HdW (a. D.) überreden und verzichtet auf seinen gehaltvollen Mutzbraten. Also schwups die Räder in den Bus gestellt und Bastian in den Sitz gehieft. Letztes Jahr fiel mir das leichter. Die Frage ist, ob ich ab- oder HdW aufgebaut hat. Wahrscheinlich beides. Sei es drum – gemeinsam schaukeln wir nach Pürstein und schlagen überpünktlich dort auf. Hier registriere ich, dass man nicht nur das Startgeld überweisen, sondern sich auch registrieren muss. Dies nachzuholen ist bei der aufgebotenen Technik jedoch nur eine kurze Übung.

Am Start die üblichen Gesellen deren Aufzählung ich mir jetzt erspare – ihr könnt ja in den letzten Bericht rein schauen. Kurz vor Ultimo taucht auch Guido Goldig auf und – Gentleman wie ich bin – helfe ich ihm über die Absperrung in den Startblock. Ist ja auch unfair, solch hohe Hürden für ihn zu errichten. Wenig später setzt sich der Tross neutralisiert in Bewegung. Noch in der neutralen Zone gibt es dann den ersten Crash kurz vor mir. Es erwischt zwei tschechische Protagonisten – die waren wohl schon ein wenig zu heiß gelaufen. Ich umschiffe die Unfallstelle ohne Probleme und schließe die entstandene Lücke zur Spitze, zumindest für einen Moment. Da sich vorn das Tempo anscheinend dem Renntempo nähert, entstehen vor mir stetig neue.

Ich entschließe mich, einen Gang zurück zu schalten und das Rennen wie geplant als Training zu nutzen. Wider erwartend wirft mich meine Entscheidung nicht um Längen zurück, aber Einige muss ich zugegebener Maßen schon ziehen lassen. In der ersten engeren Kurve die wir mit höherer Geschwindigkeit absolvieren, verheddern sich erneut Fahrer, diesmal drei, und schießen etwas über die Umrandung der Strecke hinaus. Einen der Beteiligten habe ich doch eben noch auf der Straße liegen sehen. Als sich dieser kurz darauf wieder an mir vorbei drängelt wird mir klar, dass es mit der heilenden Wirkung von Stürzen bei Ihm nicht weit her sein kann.

Die Strecke des Giro steigt mittlerweile mehr oder weniger steil an, immer wieder unterbrochen von kurzen aber doch recht technischen oder tschechischen Abfahrten. Guido Goldig hat wahrlich nicht zu viel versprochenen, wird wohl aber (heute) mit seinem neuen Race-Fully wesentlich entspannter und schneller solche Streckenteile meistern. Mir reicht der „Meine-Frau-freut-sich,-wenn-ich-gesund-heim-komme“ Modus.

Nach ca. 20 von 46 km erreiche ich den höchsten Punkt des heutigen Tages und begebe mich auf einen gefühlt endlos langen Abschnitt auf Asphalt. Vor mir ist niemand zu sehen, hinter mir auch nicht. Das ändert sich nach der folgenden Abfahrt. Wie aus dem Nichts ist da ein Tscheche, welcher wohl aber die folgende Bachdurchfahrt zu einer ausgiebigen Erfrischung nutzt. Jedenfalls ist er nach dem folgenden kurzen Bergaufstück schon wieder weg. Habe ich den Berg herunter so geparkt?! Es scheint so, da sich das Spiel bis zum Ziel noch dreimal wiederholt, wobei wahlweise gleich drei Fahrer zu mir aufschließen und wieder reißen lassen. Vielleicht müssen sie auch ihr Schwungrad immer wieder neu aufziehen.

Ohne eines der Aufziehmännchen vorbei lassen zu müssen, erreiche ich nach 2:10 h und damit 6 min nach Guido und 5 min vor Bastian das Ziel. Alles gut denke ich, aber es sind dann doch 16 min Rückstand auf den Gesamtsieger Lutz Baumgärtel, und das auf den kurzen 46 km. Respekt, die ersten Zwei sind halt in Ihrer eigenen Liga gefahren. Es folgt das übliche Ritual: Radreinigung, dünne Quatschen, Fahrerreinigung, dünne Quatschen, einen gulaschartigen Eintopf verspeisen und heim- fahren. Der Perštejnské GIRO wird mir sehr positiv in Erinnerung bleiben, denn für 12€ Startgeld bekommt man hier doch sehr viel geboten.

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