10.06.2017-UCI Marathon Series Malevil Cup(CZ)

Da dieses Wochenende „rennfrei“ war und es bisher noch nicht geschehen ist, gibt es noch einen kleinen Einblick zum Rennen vom letzten Wochenende.
Die Erinnerungen an die Veranstaltung vom letzten Jahren sind eher düster, aber als ich (Laura) noch reiten war, wurde uns mitgegeben, dass man einmal von einem Pferd gefallen immer wieder aufsteigen soll, auf genau das Pferd. Und irgendwie war es auch Sebastians Ziel und Motivation während der Genesung, ein Jahr später genau dort wieder zu fahren. An dieser Stelle möchte ich nochmal dem Team STEIN-Bikes ganz besonders danken, die damals zu viert Sebastian im KH in Leipzig besuchten. Das war eine wirklich großartige, „sportliche“ Geste. Vielen Dank.
Karin, die im letzten Jahr die 70km gewann, wagte sich gemeinsam mit ihrem Freund über die 100km in der „Mixed-Wertung“ an den Start. Die beiden meisterten das souverän und kamen als drittes Mixed-Team ins Ziel. Karin gewann mit der Zeit auch gleich noch ihre Altersklassenwertung.
Sebastian startete neben mir aus der 3. Reihe, zeitiges Kommen sicherte hier einen guten Platz. Sowohl die Damen- als auch die Herrenkonkurrenz war außerordentlich gut besetzt und Sebastian war nicht sehr optimistisch, den Sprung in die Top 20 zu schaffen. Der Start war hektisch. Den ersten Schreckmoment erlebte ich, als ich von einem Fahrer in grauem Trikot mit schwarz-rot-goldenem Armabschluss aggressiv überholt wurde und durch den Schlag gegen meinen Lenker große Mühe hatte die Spur zu halten und nicht nach 10m den ersten Massensturz zu verursachen.
Wie gewohnt fiel es mir am Anfang schwer dem hohen Tempo mitzugehen. Ich könnte auch sagen, ich teile mir das Rennen gut ein, aber die Wahrheit ist, dass es mir einfach zu schnell ist. So ließ ich viele ziehen und versuchte meinen Rhythmus zu finden. Das fiel mir lange schwer. Bergab hatte ich eine Blockade, da ich die erste Rennhälfte stets nach Sebastians Unfallort Ausschau hielt. Nach der 2. Verpflegung in Oybin, am Anstieg zum Hochwald fing ich an, Fahrer um Fahrer aufzusammeln. Mein Magen boykottierte Iso, sodass ich anhielt um Wasser nachzufüllen, aber das war kein Fehler. Danach drehten die Beine gut. Schreckmoment Nummer 2 hatte ich auf der Polterabfahrt vom Hochwald, als mich ein Rocky-Mountain-Fahrer, der am Start noch neben mir stand in der Abfahrt bei hohem Tempo aus der Linie in einen Steinhaufen drängte. Ein Schrei und viele Fluche entwichen mir. Ich suchte mein Heil in der Flucht. An gleicher Stelle verlor Sebastian ungewollt seinen „Wunschpartner“ und war so ebenfalls für die Aufholjagd in der zweiten Hälfte mehr oder weniger auf sich gestellt. Ich konnte bis zum Ziel noch Frauen überholen. Bei Kilometer 90 bekam ich von Sebastian noch die Info, dass es noch 2 kleine Hügel sind, aber ich hätte wissen müssen, dass das für meine Begriffe mindestens doppelt so viele sind. Das Ende war zäh, aber mit Platz 4 bin ich am Ende überglücklich. Und der Abstand nach vorne ist zwar groß aber noch überschaubar: 10min zur Ersten und 2min zur Vorjahressiegerin und diesmal Drittplazierten. Einmal UCI-Podium ist fast gleichwertig mit 4HT unter 4h.
Sebastian war da schon eine dreiviertel Stunde im Ziel und hat sich mit Platz 17 für die Heim-WM in Singen am kommenden Wochenende qualifiziert. Wenn die organisatorischen Hürden noch überwunden werden, könnten wir also am nächsten Sonntag beide im Nationaltrikot starten.
Ein großer Dank für die kurzfristige Kinderbetreuung und Verbottelung geht an Sebastians Familie.

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