21.05.2018-4. Dresdner MTB-Marathon

Sebastians Bericht vom 4. Dresdner MTB-Marathon:

Nach dem Doppelstart auf der Straße am vergangenen Wochenende falle ich unter der Woche (zumindest gefühlt) in ein kleines mentales Loch und das Training geht nicht mehr so leicht von der Hand bzw. aus dem Bein wie zuletzt. Erst am gestrigen Sonntag drehen die Beine wieder wie gewohnt. Nach dem obligatorischen Vorrenn-Grillabend an der Elbe bin ich daher dann doch vorsichtig optimistisch, dass es beim 4. Dresdner MTB-Marathon in der Dresdner Heide einigermaßen läuft.
So stehe ich heute morgen 9:35 Uhr guter Dinge zusammen mit meinen Teamkollegen Mike und Sven an der Startlinie. Nach erfolgtem Start stellen einige Poller die erste Hürde des Tages dar. Diese waren auch vom Veranstalter angekündigt worden. Nur wurde entweder vergessen zu erwähnen, oder aber mir ist es entgangen (sehr wahrscheinlich), dass es sich um zwei Poller-Reihen in Folge handelte. Nachdem ich innerlich die erste Tagesaufgabe, nicht mit den Pollern zu kollidieren, nach der ersten Poller-Reihe abgehakt habe, wird es daher das erste Mal brenzlig. Mit Müh und Not umkurve ich Reihe #2. Hier hätte das Rennen das erste Mal zu Ende sein können. Depp. Auf den ersten Rennkilometern darf ich erfreut feststellen, dass die Beine willig sind. So bin ich recht früh mit Felix Fritzsch allein an der Spitze. Allerdings kopple ich ihn bald ungewollt ab. Etwas später gelingt ihm noch einmal für kurze Zeit zurückzukommen, weil ich nicht überziehen will; aber wenig später bin ich erneut alleine unterwegs. Im weiteren passiert erstmal nix Spannendes - bis sich ein Ast in meinem Schaltwerk verhakt. Beim Anblick des Kettenfitzes fürchte ich schon, dass das Rennen für mich hier beendet ist. Nach einer gefühlten Ewigkeit gelingt es mir aber das Rad wieder fahrtüchtig zu bekommen und ich kann das Rennen wieder aufnehmen. Auf der nächsten langen Geraden versuche ich eingangs einer leichten Kurve den noch vorhandenen Abstand zu den Verfolgern zu ermitteln. In dem Moment höre ich es von einer Zuschauerin Achtung rufen und ich kann nur noch tatenlos feststellen, wie Gegenverkehr auf der Innenbahn an mir vorbei zischt. Das war knapp. Gut, es ist immer eine dumme Sache, wenn sich Gegenverkehr auf der Rennstrecke befindet; aber das Ding hier geht zu 99,99999% auf meine Kappe (lieber Gegenverkehr, solltest Du das durch irgendeinen Zufall lesen: Ich entschuldige mich hiermit öffentlich für mein Fehlverhalten). Wieder Depp, aber zum Glück nochmal gut gegangen. Innerlich schreie ich mich an, gefälligst beim Radfahren nach vorne zu schauen – also genau das, was ich unseren jüngsten Sprossen fast jeden Tag gebetsmühlenartig auf dem Weg zum Kindergarten vorpredige (einer von beiden wird sich übrigens später beim Kinderrennen in Führung liegend beim Umdrehen übelst ablegen – D…, aber immerhin wissen wir, wo er es her hat). Immerhin bin ich nun weitgehend wach und der Rest des Rennens verläuft ohne größere Zwischenfälle. An einer Stelle zweige ich für einen kurzen Moment falsch ab, erkenne meinen Fehler aber frühzeitig. Im Kuhschwanz gegen Ende des Rennens stehe ich auch noch einmal kurz vorm Flatterband und muss durchs Unterholz zurück auf die Strecke. Das Ding kann ich mir allerdings gut verzeihen, da ich hier im Training (die letzten beiden Trails, Kuhschwanz und Pfeilhaus, sind gewissermaßen meine Home-Trails) immer anders fahre und die Macht der Gewohnheit bekanntlich sehr schwer zu bezähmen ist. Am langen Anstieg nach dem Kuhschwanz-Trail kann ich in der Ferne nochmal kurz die Verfolger erkennen (wie war das mit dem Umdrehen?) und erhöhe das Tempo noch einmal, damit nicht noch einer Morgenluft wittert. Schließlich erreiche ich das Ziel mit ca. einer Minute Vorsprung auf Felix Fritzsch und Anton Albrecht und kann damit den Dresdner MTB-Marathon im vierten Anlauf nach drei dritten Plätzen zum ersten Mal gewinnen. Was lange währt, wird gut. Sven und Mike runden das Ergebnis mit den Plätzen 11 und 21 ab.
Fazit für mich: Form passt, Konzentration ausbaufähig. Letzteres wurmt mich, da ich das nach 15 Jahren Radsport endlich mal drauf haben sollte ...

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