23.06.2018-Extrém bike Most

Karin berichtet:

Nach längerer Zwangspause wegen einer Muskelverletzung die ich mir direkt vor dem geplanten Saisonstart in Sebnitz zugezogen hatte, ging es für mich nun auch endlich los!
Als das Thermometer auf der Hinfahrt in Zinnwald zwichenzeitlich 6 Grad anzeigte, war ich froh, die Daunenjacke eingepackt zu haben. Vor Ort war es windig und kühl aber trocken.
Ich war gespannt auf die als sehr technisch angepriesene Strecke und wollte vor allem Spaß haben, da ich meine Form schlecht einschätzen konnte.
Pünktlich reihte ich mich im 2. Startblock ein, kurz hinter Bastian und Mike die ganz vorn im 1. Block standen.
So befand ich mich auf den ersten flachen Wiesenweg-Kilometern inmitten der schnellen Gruppen. Mein Körper wehrte sich gegen dieses ungewohnte Renntempo, aber ich biss die Zähne zusammen, denn der Wind kam von vorn und Windschatten war von Vorteil. Der „Hausberg“ von Most wo sich fast das gesamte Rennen abspielte war schnell erreicht.
Im ersten Anstieg musste ich dann erstmal meinen Rhythmus finden, was aber gut gelang. Den vielen nicht allzu langen Anstiegen folgten sofort trailige, oft kurvenreiche Abfahrten mit denen ich gut zurecht kam. Es machte einfach nur Spaß!
Etwas gewöhnungsbedürftig war nur die Geräuschkulisse der Motorrad-Rennstrecke.
Der steile Anstieg zur Burg Hnévin zwickte dann schon etwas in den Beinen und oben angekommen war sofort wieder volle Konzentration für die Abfahrt gefordert. Das ständige auf und ab zehrte immer mehr an den Kräften. So musste ich nach 45 km an der Streckenteilung nicht überlegen und bog auf die kürze 56 km Strecke ab. Wegen eines Kettenklemmers verlor ich leider den Anschluss an meine kleine Gruppe, die mir die letzten wieder flacheren Kilometer leichter gemacht hätte.
Ich hatte das ganze Rennen über keinen wirklichen Überblick wo ich lag, man erfährt ja auch erst im Ziel, wer auf die kurze Runde abgebogen ist und wer auf die lange.
Im Ziel angekommen, erschien ich erstmal überhaupt nicht auf der Anzeigetafel. Schnell bemerkte ich meinen Fehler. Ich war einfach nicht auf die Idee gekommen, dass ich den 72-km-Aufkleber selbst von der Startnummer abziehen muss!! Das ließ sich aber zum Glück beim freundlichen Zeitnahmedienst schnell klären und ich freute mich riesig, als mir zum Gesamtsieg über die 56 km gratuliert wurde. Das Lachen für´s Treppchenfoto ist wohl leider bei der kühlen Wartezeit bis zur Siegerehrung etwas eingefroren ;)
Fazit: Ein gelungener verspäteter Start in die Saison auf einer klasse Strecke die Potential zur Lieblingsstrecke hat!
Mike und Bastian fuhren auf den ersten schnellen Kilometern gemeinsam. Mike kommt auf den Trails und Downhills wesentlich besser zurecht als im letzten Jahr, fällt aber in den steilen Auffahrten etwas zurück. Bastian der zwischenzeitlich von hinten angeschossen kommt, verspricht ihm einen Kurs im Serpentinenfahren. Nach einigen Kilometern läuft es aber wieder und er kann sich nach vorn absetzen. Auch Mike entscheidet sich am Abzweig für die kurze 56-km-Strecke. Auf den letzten 8 km von Krämpfen geplagt, rollt er zufrieden als 15. Gesamt / 6. AK ins Ziel und holt auch noch mal die Winterjacke raus!

So lief das Rennen für Bastian:

Extrém Bike Most, oder der mir bekannte Bike-Marathon mit dem größten Singletrail-Anteil. Der Regen hielt sich glücklicherweise auf der Nordseite des Erzgebirgskamms fest. Dennoch war es mit 15 °C verhältnismäßig kalt für Juni. Egal - optimale Wettkampfbedingungen, denn gefroren hat im Rennen sicherlich niemand. Neben mir waren auch Mike und Karin angereist.
Pünktlich um 10:00 Uhr erfolgte der Start in optimaler Position aus dem ersten Block, sodass man sich aus dem anschließenden Gerangel etwas heraushalten konnte. Die ersten 10 km vom Hippodrom aus sind flach, schnell und staubig bis die erste lange Singletrail-Orgie beginnt. Irgendwie brauchte ich erst ein paar Kilometer auf ca. Position 20 liegend, um wieder mit der Strecke vertraut zu werden, da ich etwas Mühe hatte das Tempo in den technischen Abfahrten mitgehen zu können. Immerhin hatte ich bergauf weniger Mühe, sodass kleinere Lücken schnell wieder geschlossen werden konnten. Mike war auch gut dabei, wobei wir beide wohl ein paar Mal mit unseren breiten Lenkern an den eng stehenden Bäumen gerade noch haarscharf vorbeizirkeln konnten. Auch die vielen Spitzkehren waren nicht ganz ohne. Irgendwie mag ich die steilen Rechtskurven in Abfahrten nicht so sehr und Mike noch weniger die zahlreichen Spitzkehren bergauf.
Nachdem wir den Berg Ressl auf allen möglichen Pfaden von allen erdenklichen Seiten gestürmt hatten, ging es an der Motorrad-Rennstrecke von Most entlang zum Matylda See. Danach wartete der Krpál - das steilste Teilstück - auf uns. Dort stauten sich die Fahrer etwas, sodass an einen Versuch, den Anstieg fahrend zu bewältigen, nicht zu denken war. Im Anschluss ging es den Hněvín hinauf, von dessen Burg aus man kurzzeitig eine herrliche Aussicht genießen konnte, bevor die folgende technische Abfahrt wieder volle Konzentration verlangte. Zurück führte die Route über den Nachbargipfel Siroky Vrch und am Matylda See wieder zurück, um erneut die wenigen, noch ausgelassenen Trails am Ressl unter die Räder zu nehmen. Ganz ehrlich, „Hut ab“ wer hier auf der Strecke nicht die Orientierung verliert. Dennoch ist die Ausschilderung größtenteils hervorragend und an heiklen Schlüsselstellen mit Personal abgesichert. Gegen Ende muss man dann in sich hineinhören und entscheiden, ob man mit 56 km schon genug hat oder auf 72 km verlängern möchte, sofern noch ein paar Kräfte vorhanden sind. Ich hatte mir gedacht, eigentlich geht es dir noch ganz gut und die anderen vor und nach dir werden sicher Richtung Ziel abbiegen. Leider konnte ich mit meiner Einschätzung nicht falscher liegen, denn sowohl die unmittelbar vor- wie auch nach mir fahrenden Sportler wollten die Trail-Hatz heute voll auskosten. Die letzten extra Kilometer hatten es nochmal echt in sich. Sehr steile technische Abfahrten mit vielen Spitzkehren und steilen Rampen haben mir dann doch noch ganz schön wehgetan. Ich war ziemlich froh, als es dann endlich wieder Richtung Pferderennbahn zurück ging und alle kniffligen Abschnitte heil und ohne Defekt überstanden waren. Mike war indes schlauer hinter mir und hat auf 56 km verkürzt. Er wurde im Ziel als 15. gesamt bzw. 6. AK gewertet. Ich landete auf Platz 22 gesamt / 8. AK. Für Karin war es eine Rennpremiere auf der Strecke in Most und auch nach ihrer verletzungsbedingten Zwangspause. Dass sie dennoch nicht ganz untrainiert angereist war, zeigte sich schnell. Sie hatte extrem viel Spaß auf der Strecke und flog uneinholbar über die Trails. Sie sicherte sich am Ende den Sieg bei den Damen über 56 km. Das lässt auf weitere gute Ergebnisse beim anstehenden Etappenrennen im polnischen Riesengebirge hoffen.

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