06.06.2015-Extrém Bike Most (CZE)

Bericht von Bastian:

Aufgrund Sebastians Lobes im Vorjahr und der geringen Entfernung entschied ich mich kurzfristig beim Extrém Bike Most zu starten. Auch er wäre sicherlich wieder gerne dort gestartet, doch eine Erkältung lies dies leider nicht zu. Dafür konnte ich aber Pitt überreden und zusammen mit Felix Fritzsch (Focus Rapiro Racing), machten wir uns am Samstag früh auf den Weg zu unseren Landesnachbarn. Es sollte ein heißes Rennen werden. Nicht nur wegen den extrem hohen Temperaturen von über 30°C, sondern auch weil die Tschechischen Marathonmeisterschaften bei diesem Rennen ausgetragen wurden, was natürlich für ein hochkarätiges Fahrerfeld sorgte.

Pitt brachte uns sicher und erstaunlicherweise ohne lästige Baustellen auch rechtzeitig mit seinem Multivan zum Startgelände an der Pferderennbahn von Most (Hipodrom), sodass noch genügend Zeit zur An- bzw. Nachmeldung blieb. Auch ein paar bekannte Deutsche Gesichter waren zu sehen, sodass noch das eine oder andere Wort bezüglich der Strecke gewechselt wurde.

Beim Einrollen vor dem Start hab ich dann sowohl Pitt als auch Felix das letzte Mal für die nächsten paar Stunden gesehen. Aber keine Angst, wir sind alle durchgefahren und haben uns auch nicht verletzt. Einerseits lag dies wahrscheinlich daran, dass ich mich mal wieder mit meinem Leistungsmesser herumärgerte, da dieser auf Grund Strommangels seine Arbeit versagte, und andererseits weil ich mich ordnungsgemäß in den 3. Startblock stellte, da dies für Erststarter dieser Veranstaltung so vorgesehen war. Blöd nur wenn da alles schon gerammelt voll ist und ich es daher vorzog zusätzlichen Stress in der sengenden Sonne der Pferderennbahn zu umgehen.

Wie sich spätestens nach dem Startschuss herausstellte, hätte ich mich deutlich weiter vorne reindrängeln sollen, denn ab jetzt hatte ich richtig Stress mich durch viele leistungsschwächere Fahrer nach vorn zu arbeiten. Keine leichte Aufgabe, denn die Strecke war voll, eng, kurvig, und – was das Schlimmste war – extrem staubig. So stark, dass man teilweise den Untergrund nur erahnen konnte. Die ersten 10 Kilometer führten zunächst von der Pferderennbahn zum Ressl, einem bewaldeten, gut 400 m hohen Berg. Ab hier erwartete uns ein wahnsinnig dichtes Netz aus schier endlosen Singletrails, bespickt mit noch mehr Kurven, Anliegern, Drops und steilen Rampen. Ich würde fast sagen, wir haben kaum einen Weg hier ausgelassen. Man merkt gleich, dass hier ein echter MTBer für die Streckenplanung tätig war. Ich fühlte mich wohl und es machte mir riesigen Spaß. Allein das Überholen war nun nahezu unmöglich, sodass ich mich vor allem Bergauf meist etwas vom Tempo zügeln musste. Dies hatte wahrscheinlich auch den Vorteil, dass ich mich auch nach 3 h noch recht gut fühlte, wenngleich die Konzentration in den kniffligen Abfahrten gegen Ende etwas nach lies. Bei Kilometer 45 sah ich dann vor mir Pitt auftauchen. Er machte leider keinen so frischen Eindruck mehr und entschied sich daher auch auf die kürzere 56 km Wertung abzubiegen, während ich mir noch ein paar zusätzliche Trails „anschaute“. Diese haben schließlich dann auch meine Reserven aufgebraucht, sodass die letzten 10 Kilometer in der prallen Sonne zurück zum Ziel am Hipodrom ziemlich zäh wurden.

Nach 3h47min kam ich dann ausgedörrt als 36. (2. Deutscher) bzw. 10. AK auf der 72-km-Strecke ins Ziel. Pitt belegte einen ausgezeichneten 14. Platz bzw. 7. AK auf der 56-km-Strecke. Felix untermauerte seine ohnehin schon ausgezeichnete Verfassung mit einem 12. Gesamtplatz (1. Deutscher) auf der Langstrecke bzw. den 2. Platz außerhalb der Tschechischen Meisterschaftswertung. Insgesamt betrachtet bin ich mit meinem Ergebnis sehr zufrieden, mit etwas mehr Training und Rennpraxis in den kommenden Woche zeigt die Leistung deutlich nach oben.

Wer Lust auf einen gut organisierten und anspruchsvollen MTB Marathon hat, dem sei diese Veranstaltung sehr zu empfehlen. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.

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