09.06.2018-Malevil-Cup

Hier nun, aufgrund von zwischenzeitlich eingetretener Familienvergrößerung etwas verzögert, Sebastians Bericht vom Malevil-Cup:

Aufgrund einer durchaus brauchbaren Wetterprognose fällt Freitagmittag bei uns recht kurzfristig die Entscheidung, den diesjährigen Malevil-Cup als Familien-Camping-Maßnahme zu absolvieren. Nach erfolgter Anreise und dem obligatorischen Vorrenn-Bratwurstverzehr gestaltet sich die Nacht einigermaßen geruhsam. Ein sehr angenehmer Vorteil der Übernachtung auf dem Campingplatz besteht darin, am morgen quasi neben der Startlinie aufzuwachen, da dieses Jahr der Start aufgrund einer Baumaßnahme direkt an der Malevil-Ranch erfolgt. Ungünstig ist nur, dass ich – nach meiner Erinnerung zum ersten Mal seitdem ich Rennen fahre – einen wichtigen Teil der Rennbekleidung vergessen habe. Infolge verschiedener Verwicklungen gestaltet sich das Organisieren einer Radhose erstaunlich kompliziert, sodass es doch noch etwas hektisch wird. Aber letzten Endes stehe ich doch recht pünktlich 8:30 Uhr an der Startlinie. Mit dabei aus unserem Team auf der Langstrecke über 100 km sind noch Pitt und Sven, während Bastian und Sandra die Team-Farben auf der 65- bzw. 25-km-Schleife vertreten.
Die Startphase gestaltet sich für mich ein wenig unschön, da die ersten Kilometer kaum anspruchsvoll sind und entsprechend viele noch „können“. Leider bin ich in dem Moment, in dem sich die Spitzengruppe bildet, etwas zu weit hinten im Getümmel. Da ich mich recht gut fühle, stellt sich nun die schwierige Frage, ob ich 1) mit der Brechstange versuche nach vorn zu kommen oder 2) entspannt bleibe und die dadurch gesparten Körner später verschieße. Ich entscheide mich für 2). An den ersten längeren Anstiegen zeigt sich, dass ich wirklich einen super Tag erwischt habe. Im weiteren Verlauf würfelt sich eine Gruppe von ca. fünf Fahrern zusammen, der auch ich angehöre und die sich in der Verfolgung der ebenfalls fünf Fahrer zählenden Spitzengruppe befindet. Am Hochwaldanstieg zerlegt es die Gruppe und mir gelingt gemeinsam mit Karl Platt die Flucht nach vorn. Für die nächsten Kilometer arbeiten wir zusammen, bevor ich meinen Begleiter in der Nähe der Lausche mehr oder weniger ungewollt abkopple. Die Beine sind noch willig und ich kann auch noch den aus der Spitze zurück gefallenen Vorjahressieger Johnny Cattaneo überholen. Wenig später kommen Filip Adel und Tomas Visnovsky, und damit Platz drei und vier in Sichtweite. Nachdem ersterer einen kurzen Reparaturstopp einlegen muss, machen wir uns zusammen auf die Verfolgung des letzteren. Aufgrund meiner noch sehr guten Verfassung beginne ich bereits mit dem nie für möglich gehaltenen dritten Platz zu liebäugeln, als es mir den Sattel unter dem Hintern wegzieht. Da sich dies recht abrupt bemerkbar macht, tippe ich auf eine gebrochene Schraube. Immerhin kann ich den Sattel noch retten und mir in die Trikottasche stopfen, sodass nur die Einzelteile der Sattelklemmung unwiederbringlich verloren gehen. Die knapp zehn Kilometer bis zur letzten Verpflegung werden im Stehen allerdings äußerst unangenehm. Wie nicht anders zu erwarten, stellen sich böse Krämpfe ein, aber es gelingt mir trotzdem, den Zeitverlust in Grenzen zu halten und die letzte Verpflegungsstelle zu erreichen. Mein Bruder, der uns heute dankenswerterweise gemeinsam mit meiner Family vorbildlich verbottelt, kommt noch zu einer intensiven Trainingseinheit, als er zum Auto sprintet und Sattel und Sattelstütze von seinem Rad abschraubt und mir bringt. So kann es die letzten sechs Kilometer dann wieder mit Sattel weitergehen. Inzwischen ist Karl Platt wieder durch, was bedeutet, dass ich auf Platz sechs liege. Leider schaffe ich es auf der verbleibenden Strecke nicht mehr ganz, ihn wieder einzuholen; aber mit Platz sechs fahre ich eins meiner besten Resultate überhaupt ein und habe die Gewissheit das die Form stimmt.
Sven und Pitt schlagen sich mit den Gesamtplätzen 73 und 121 wacker auf der Langstrecke, obwohl für Sven noch deutlich mehr drin gewesen wäre. Leider kommt ihm mehrfach die Trinkflasche abhanden, sodass er sich von Verpflegung zu Verpflegung robben muss und zum Ende hin nur noch im Spritsparprogramm unterwegs ist.
Bastian fährt über die 65 km ein konstantes und fehlerfreies Rennen. Als Gesamt-17. auf den 65 km kann er seine ansteigende Form unter Beweis stellen und blickt zuversichtlich auf die kommenden Rennen.
Sandra kann sich mit den recht hohen Temperaturen und dem Staub nicht so recht anfreunden, geniest ihr Rennen aber trotzdem. Aus dem letzten Startblock rollt sie das Feld auf und komplettiert das Teamergebnis als sehr gute 6. bei den Frauen.

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